Foodfachzeitung im Internet
Dienstag, 13. April 2021
Tipp
27.03.2021
SÜFFA 2021 bereits im September

Metzgerei-Fachmesse vom 18. bis 20. 9. 2021 in Stuttgart: Vorschau
News, Tipps, …
Druckansicht16.06.2020
Bericht zu Agrar- und Lebensmittelmärkten im Corona-Monat April

Der Monat April war geprägt von den getroffenen Einschränkungsmassnahmen des Bundesrates zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Mit diesem zweiten Sonderbericht wirft das Bundesamt für Landwirtschaft einen Blick auf die Entwicklungen des Angebots und der Nachfrage in ausgewählten Agrarmärkten bis Ende April.

Die Schliessung der Gastronomie und der Grenzen – was den Einkaufstourismus zum Erliegen brachte – führten zu einem deutlichen Anstieg der Nachfrage im Detailhandel. Der Detailhandelsumsatz für Lebensmittel inkl. Getränke belief sich im April 2020 auf rund 639 Mio. CHF, was gegenüber April 2019 einem Plus von 21% und gegenüber März 2020 einem Plus um 4.6% entspricht. Der Bio-Umsatz betrug im April 2020 etwas über 70 Mio. CHF, was einen Marktanteil von knapp 11% bedeutet.

Im Unterschied zum März kam es im April kaum mehr zu Hamsterkäufen resp. einer starken Bevorratung der Privathaushalte mit Grundnahrungsmitteln wie Reis, Zucker, Teigwaren oder Speiseöl. Die Nachfrage nach diesen Produkten lag im April 2020 nach wie vor deutlich über dem Vorjahresniveau, gegenüber März 2020 hingegen war eine deutlich tiefere Nachfrage zu verzeichnen. Die Nachfrage nach Frischprodukten wie Früchte, Gemüse, Eier oder Fleisch war hingegen im April gegenüber März 2020 nochmals deutlich höher.

Die Auswirkungen der getroffenen Massnahmen auf die verschiedenen Agrar- und Lebensmittelmärkte waren insgesamt unterschiedlich:

Fleisch:
• Die stark erhöhte Fleischnachfrage im Schweizer Detailhandel vermochte den Absatzrückgang in der Gastronomie, insbesondere bei Rind- und Kalbfleisch, nicht zu kompensieren. Dies führte bis Ende April zu einem Rückgang der Produzentenpreise bei den verschiedenen Rindergattungen. Seither erholen sich die Preise wieder. Der Fleischimport von Lamm und Geflügel ging im Vergleich zum April 2019 sehr deutlich zurück, bei Rindfleisch wurde dieser nahezu ausgesetzt. Die Marktentlastungsmassnahmen zur Regulierung des Angebots wurden bei Rindfleisch per Ende April ausgesetzt, bei Kalb- und Gizzifleisch werden diese hingegen weitergeführt.

Eier:
• Bedingt durch die getroffenen Einschränkungsmassnahmen aufgrund der COVID-19- Pandemie sowie Ostern verzeichnete der Schweizer Detailhandel im April 2020 eine Rekord-Nachfrage nach Konsumeiern (+23% ggü. April 2019). Um die erhöhte Nachfrage nach Konsumeiern decken zu können, waren deshalb zusätzliche Importe notwendig, welche über ein zusätzliches Importkontingent gedeckt werden konnten. Bei Bio-Eiern kam es zu Angebotsengpässen, die jedoch nicht über Importe gedeckt werden

Milch:
• Der internationale Milchmarkt war bis weit in den April hinein durch negative Preisentwicklungen geprägt. Neben dem Spotmilchpreis (EU spot prices of raw milk). waren auch die internationalen Butter- und Milchpulverpreise stark rückläufig. In den letzten Wochen zeichnete sich eine leichte Erholung ab. Im April verzeichnete der Export von Schweizer Käse einen deutlichen Rückgang. Aufgrund der tiefen Butterlagerbestände wurde ein zusätzliches Importkontingent von 1000 Tonnen Butter freigegeben. Aktuell vermag die erhöhte Nachfrage von Milchprodukten im Schweizer Detailhandel von 15-40% je nach Kategorie den Schweizer Milchmarkt zu stabilisieren.

Früchte & Gemüse:
• Die Nachfrage nach Früchten und Gemüse im Detailhandel hat sich im April gegenüber März nochmals weiter erhöht. Gegenüber April 2019 betrug der Mehrkonsum bei Früchten rund 35% und bei Gemüse über 41%. Je nach Produktkategorie fiel die Nachfrage teilweise deutlich höher aus, so beispielsweise für Zitrusfrüchte, Heidelbeeren, Gurken oder Zwiebeln. Beim Gemüse hält sich der Wegfall der Absätze im Gastronomiekanal und der zusätzliche Konsum der Privathaushalte derzeit etwa die Waage. Diverse Detailhändler haben ihr Sortiment seit Ende April mit Schweizer Gemüse erweitert, welches für die Gastronomie angebaut wurde.

Kartoffeln:
• Die Detailhandelsabsätze von Speisekartoffeln waren im April 2020 gegenüber Vorjahr um rund 34% höher. Jedoch ging die Nachfrage nach Speisekartoffeln im April 2020 gegenüber März 2020 um 8% zurück. Auch bei konservierten Kartoffelprodukten (z.B. Rösti) zeigt sich eine vergleichbare Entwicklung. Der deutlich geringere Mehrbedarf an Speisekartoffeln und Kartoffelprodukten im April im Vergleich zum März erklärt sich womöglich mit einer starken Bevorratung der privaten Haushalte im März. Der Wegfall der Gastronomie und der zusätzliche Konsum der Privathaushalte halten sich in etwa die Waage.

Getreide/Brot:
• Die enorme Nachfrage nach Mehl im Detailhandel in der zweiten Märzhälfte hat sich im April auf tieferem Niveau stabilisiert. Im Vergleich zum April 2019 betrug der Mehrkonsum im April 2020 rund 75%. Gegenüber März 2020 wurde im April 2020 rund 40% weniger Mehl nachgefragt, was mit einer starken Bevorratung im März erklärt werden kann. Die Verfügbarkeit von inländischem Brotgetreide ist gut.

Zustell- und Abholgrosshandel:
• Nicht nur die Gastronomie, auch der Zustell- und Abholgrosshandel waren von den Auswirkungen der COVID-19-Pan- demie stark betroffen. Die Umsätze im Food-Service-Bereich gingen im März (-20%) und im April (-47%) markant zurück. Am deutlichsten sank die Nachfrage nach Food-Service-Leistungen im Bereich der Vergnügungsgastronomie und der Hotellerie. Die verschiedenen Sortimentsgruppen waren unterschiedlich stark tangiert. Sehr deutliche Nachfrageeinbussen verzeichneten insbesondere alkoholfreie Getränke (-51%), Frischfleisch (-49%), Früchte- und Gemüse (-45%) sowie Wurst- und Fleischwaren (-45%).
(gb)

News, Tipps, … – die neuesten Beiträge
12.04.2021
dKOMMENTAR: Keine gute Noten für Geschmack von Vegan-Pattys
10.04.2021
dNEWS: Migros deklariert Nutri-Score auf Eigenmarken
07.04.2021
dSchalentier-Allergiker sollten Insektenprodukte meiden
06.04.2021
dRessourcen sparen dank Nährstoffen aus Insekten, Pilzen und Algen
01.04.2021
dKEIN APRILSCHERZ: Gemüseanbau im Weltraum
31.03.2021dTIPPS: Osterlamm richtig zubereiten
30.03.2021dNEWS: Die Migros wächst und prosperiert
29.03.2021dTIPPS: Wie lange halten sich gekochte Eier?
24.03.2021dKOMMENTAR: Wissenschaftler plädieren für Nutri-Score-Pflicht
23.03.2021dKOMMENTAR: Food Megatrends aus Sicht des GDI
22.03.2021dNEWS: Migros lanciert Nachhaltigkeits-Noten auf Produkten
21.03.2021dNEWS: Biokäse und Biobutter boomen im Detailhandel
17.03.2021dFORSCHUNG: Schon wenig Gezuckertes erhöht Körperfett
16.03.2021dKOMMENTAR: Nahrungsergänzung plus angereicherte Produkte ist riskant
15.03.2021dNEWS: Vegane Ernährung schmälert Knochengesundheit
13.03.2021dKinderwerbung für Fast Food, Snacks und Süsses nimmt zu
10.03.2021dNEWS: Schweizer essen mehr Guetzli aber importierte
09.03.2021dNEWS: Ja zum Freihandel mit Indonesien – die Folgen
08.03.2021dTIPP: Die richtige Bratpfanne
07.03.2021dWho is who bei den Hülsenfrüchten
03.03.2021dKOMMENTAR: Vitamin-D-Präparate zur Virenabwehr ist unbewiesen
02.03.2021dTIPP: Fleisch – Ausstellung der Nationalbibliothek in Bern
01.03.2021dNEWS: Schweizer essen weniger Schoggi aber mehr importierte
28.02.2021dNEWS: innovative Selenanreicherung im Apfelanbau
24.02.2021dKOMMENTAR: Appell an Verarbeiter - wenn Salz dann jodiertes
23.02.2021dNEWS: Bio boomt in Europa
22.02.2021dTIPPS: Schöne Haut dank gesunder Ernährung
21.02.2021dGewinner und Verlierer im Foodmarkt 2020 wegen Corona
16.02.2021dFORSCHUNG: Regelmässiges Koffein reduziert graue Hirnzellen
15.02.2021dTIPP: Proteinpräparate sind auch für Sportler meistens unnötig
Ecke für Profis
08.04.2021
.CONFISERIE: Süsswaren-Topinnovationen der ISM 2021

Die Innovations-Gewinner der ISM 2021 sind: Tee-Schokolade-Kombination, Käsesnacks und Cerealien-Dragées.




Navigations-Tipp:
Für die Smartphone-Ansicht klicken Sie auf Druckansicht.



©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland