Foodfachzeitung im Internet
Donnerstag, 21. März 2019
Tipp
20.03.2019
BUCHTIPP: Weber's Steak

Der weltweit führende Grill-Experte Jamie Purviance beschreibt 60 Steak-Grillrezepte aus aller Welt. Mit Tabellen zur Garzeit und Leseprobe zum Gargrad-Test.
News, Tipps, …
Druckansicht14.08.2018
NEWS: Salz wird zu unrecht so stark verteufelt

Wer viel Salz isst, erhöht früher oder später seinen Blutdruck. Das ist seit mehr als einem Jahrhundert bekannt und durch zahlreiche wissenschafliche Publikationen untermauert. Ärztinnen und Ärzte warnen daher vor einem exzessiven Salzkonsum und die Weltgesundheitsorganisation, European Society of Cardiology and American Heart Association empfehlen eine drastische Reduktion der Salzzufuhr für die Gesamtbevölkerung. Dass dadurch das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse automatisch gesenkt wird, konnte aber bislang keine Studie belegen.

Nun untersuchte eine internationale Vergleichsstudie mit 18 Ländern und 94 378 Personen über acht Jahre, inwiefern die tägliche Salzzufuhr tatsächlich zu mehr Herzinfarkten, Hirnschlägen oder Gesamtsterblichkeit führt. Die Relevanz der Ergebnisse ordnete Prof. Dr. Franz Messerli, Kardiologe am Inselspital, für die Fachzeitschrift «The Lancet» am 9. August 2018 ein.

Hirn eher gefährdet als Herz

Die Forschenden der McMaster University in Kanada fanden in ihrem Vergleich zwar eine lineare Beeinflussung von Salzkonsum und Bluthochdruck (+2.8 mmHg Zunahme pro Gramm Salz/Tag); diese betraf aber eher Personen, die bereits mehr als fünf Gramm Salz pro Tag zu sich nahmen. Ein sehr hoher Salzkonsum führte zu einem grösseren Schlaganfallrisiko, was hauptsächlich in China der Fall war, wo der durchschnittlich Konsum bei fast 14 g pro Tag liegt.

Überraschend war jedoch die Beobachtung einer negative Korrelation zwischen Salzkonsum und Herzinfarkt wie auch zwischen Salzkonsum und Gesamtmortalität: Je mehr Salz, desto geringer das Risiko. Bei zu tiefem Salzkonsum stieg das Risiko von Herzinfarkt und Schlaganfall wiederum geringfügig an. Franz Messerli vermutet daher, dass nicht alle Organe gleich empfindlich auf Salz reagieren bzw. dass Salz möglicherweise sogar einen kardioprotektiven Effekt ausüben könnte.

Um dies noch besser beurteilen zu können, analysierten Messerli und seine Kollegen zudem den Zusammenhang zwischen Salzkonsum und Lebenserwartung in 182 Ländern. Es zeigte sich, dass Salzkonsum, ausser wenn exzessiv, positiv mit der Lebenserwartung verbunden war (je geringer der Konsum desto kürzer die Lebenserwartung und umgekehrt) – Salz also an sich nicht unbedingt gesundheitsschädlich scheint. Andererseits war die Lebenserwartung bei tiefem Salzkonsum, wie er teilweise in den Empfehlungen definiert ist, deutlich vermindert.

Mehr Obst und Gemüse statt weniger Salz

Die Studie erforschte zudem die Korrelation zwischen Kaliumgehalt der Nahrung und Herzinfarkt, Schlaganfall und Gesamtmortalität. Unabhängig vom Salzkonsum senkte Kalium alle drei Risiken. Das bedeutet: Auch Patienten mit einem hohen Salzkonsum können mit zusätzlichem Kalium ihr Risiko vermindern. Kalium kommt hauptsächlich in Früchten, Nüssen und Gemüse vor.

Schlussfolgerungen aus der Studie
1. Eine kaliumreiche Diät (Früchte und Gemüse) vermindert das Risiko von Herzinfarkt, Schlaganfall und Gesamtmortalität.
2. Ein zu hoher Salzkonsum erhöht das Risiko von Schlaganfall aber nicht von Herzinfarkt und Gesamtmortalität.
3. Ein zu niedriger Salzkonsum kann das Risiko von Herzinfarkt, Schlaganfall und Gesamtmortalität geringfügig erhöhen und möglicherweise die Lebenserwartung vermindern.
(Volltext: www.deutschesgesundheitsportal.de)

Empfehlungen revidieren?

Nierenspezialist Michel Burnier vom Centre hospitalier universitaire vaudois (Chuv) in Lausanne, der Leiter der Fachgruppe «Salz und Gesundheit» empfiehlt gemäss einem Bericht im Tagesanzeiger 5 Gramm pro Tag, «damit die Menschen nicht denken, 15 Gramm sei auch o.k.» Allerdings sei er mit der heutigen Situation – Frauen 7,5 Gramm, Männer 10,5 Gramm – durchaus zufrieden. Franz Messerli hingegen: «Ich frage mich, ob diese Reduktion wirklich nötig ist.» Wenn 5 Gramm Salz pro Tag das Ziel seien, dann bedeute dies nämlich auch: «keine Berner Platte, kein Bündnerfleisch, kein Raclette». Einzig bei Menschen, die sowieso schon an Bluthochdruck leiden, mahnt Messerli zur Mässigung beim Salzkonsum.
(gb)

News, Tipps, … – die neuesten Beiträge
19.03.2019
dTIPP: Rindfleisch richtig beurteilen und garen
17.03.2019
dTIPP: Professionell und kreativ panieren
14.03.2019
dStrategien für Eier ohne Kükentötung
13.03.2019
dImmer mehr Guetzli importiert, immer weniger exportiert
12.03.2019
dMESSETIPP ANUGA: Tiefkühlen ist eine Erfolgsgeschichte
10.03.2019dNEWS: Wurstwaren werden teurer
07.03.2019dNEWS: Coop lanciert neuen Laden mit Handwerkschau
06.03.2019dNEWS: Überraschungssieger im Kassensturz-Berlinertest
05.03.2019dKOMMENTAR: Mehr Tierwohl in der Agrarpolitik
04.03.2019dFiBL-Studie: Bio-Palmöl ist auch sozial nachhaltig
26.02.2019dNEWS: Ale Mordasini wird «Goldener Koch 2019»
25.02.2019dKOMMENTAR: Neuer Trend - Fast Food aber nicht Junk food
21.02.2019dNEWS: Danone lanciert Nutri-Score-Ampel in der Schweiz
20.02.2019dNEWS: Die offiziell besten Bioprodukte 2019
18.02.2019dNEWS: Fraunhofer-Institut erforscht Ersatz von Palmfett
13.02.2019dBlumen und Schokoladeherz nicht vergessen: 14. Februar ist Valentinstag.
13.02.2019d«Filet des Monats» für Gastrobuchautor Herbert Huber
11.02.2019dNEWS: Erste Fricktaler Crevetten bald erntereif
07.02.2019dHygienerisiken bei Rohkost
05.02.2019dDo-it-yourself-Ideen mit Upcycling gegen Foodwaste
01.02.2019dKOMMENTAR: Wie sieht umweltoptimierte Ernährung aus?
30.01.2019dNEWS: Neue stark fettreduzierte Burger bei SV-Gruppe
28.01.2019dNEWS: offiziell innovativste Süsswaren 2019
23.01.2019dTIPP: proteinreiches Quinoa und Amaranth zubereiten
21.01.2019dTrends der Schweizer Landwirtschaft
16.01.2019dNEWS: Lindt & Sprüngli wächst und prosperiert
14.01.2019dKOMMENTAR: Wie echt schmeckt veganes Hackfleisch?
09.01.2019dNEWS: Nahrungsmittelverbrauch-Trends in der Schweiz
07.01.2019dNEWS: Regional ist Konsumenten wichtiger als Bio
02.01.2019dAnti-Foodwaste-Kochtipp: Chinoise reloaded
Ecke für Profis
16.03.2019
.METZGEREI: Noch gesünderes und delikateres Schweinefleisch

Schweinefleisch kann mit praxistauglichen Massnahmen noch gesünder und genussvoller gemacht werden. Das zeigt ein Projekt, das im Rahmen des nationalen Forschungsprogramms 69 «Gesunde Ernährung und nachhaltige Lebensmittelproduktion» durchgeführt wurde.
Navigations-Tipp:
Für die Smartphone-Ansicht klicken Sie auf Druckansicht.



Surf-Tipps

foodaktuell.ch
Internetmagazin für die Lebensmittelbranche

Metzgereizeitung foodaktuell (Print-Journal)
www.mpv.ch > foodaktuell



©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland