Foodfachzeitung im Internet
Montag, 12. April 2021
Tipp
27.03.2021
SÜFFA 2021 bereits im September

Metzgerei-Fachmesse vom 18. bis 20. 9. 2021 in Stuttgart: Vorschau
News, Tipps, …
Druckansicht17.03.2021
FORSCHUNG: Schon wenig Gezuckertes erhöht Körperfett

Zu viel Zucker ist ungesund, doch problematisch sind nicht nur die vielen Kalorien. Bereits moderate Mengen an zugesetztem Frucht- und Haushaltszucker verdoppeln die körpereigene Fettproduktion in der Leber, wie Forschende der Universität Zürich zeigen. Über längere Zeit begünstigt dies die Entwicklung von Diabetes oder einer Fettleber. Zucker wird zahlreichen Lebensmitteln zugesetzt. Mehr als 100 Gramm davon konsumieren Schweizerinnen und Schweizer täglich. Vor allem der hohe Kaloriengehalt von Zucker fördert Übergewicht und Adipositas – und entsprechende Folgekrankheiten.

Hat zu viel Zucker noch andere schädliche Wirkungen, wenn er regelmässig zugeführt wird? Und wenn ja, welcher Zucker? Diesen Fragen sind Forschende der Universität Zürich (UZH) und des Universitätsspitals Zürich (USZ) nachgegangen. Im Vergleich zu bisherigen Studien, die vor allem den Konsum sehr hoher Zuckermengen untersuchten, zeigen ihre Ergebnisse, dass bereits moderate Mengen zu einem eigentlichen «Switch» im Stoffwechsel der Versuchsteilnehmer führen. «80 Gramm Zucker täglich, was rund 8 dl eines handelsüblichen Softdrinks entspricht, kurbeln die Fettproduktion in der Leber an. Und die Überaktivität hält längere Zeit an, selbst wenn kein Zucker mehr zugeführt wird», sagt Studienleiter Philipp Gerber von der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie und Klinische Ernährung.

An der Studie beteiligten sich 94 junge gesunde Männer. Sie nahmen sieben Wochen lang täglich ein mit unterschiedlichen Zuckerarten gesüsstes Getränk zu sich, während die Kontrollgruppe darauf verzichtete. Das Süssgetränk enthielt entweder Fruchtzucker (Fruktose), Traubenzucker (Glukose) oder Haushaltszucker (Saccharose), der aus Frucht- und Traubenzucker besteht. Mithilfe sogenannter «Tracer» – markierte Substanzen, deren Weg im Körper nachverfolgt werden kann – analysierten die Forschenden den Effekt der Süssgetränke auf den Fettstoffwechsel.

Frucht- und Haushaltszucker verdoppeln Verfettung nachhaltig

Insgesamt nahmen die Probanden nicht mehr Kalorien zu sich als vor der Studie. Aufgrund einer gewissen Sättigung durch das Süssgetränk haben sie ihre sonstige Kalorienzufuhr reduziert. Trotzdem beobachteten die Forschenden, dass sich Fruchtzucker negativ auswirkt: «Die körpereigene Fettproduktion in der Leber war in der ‹Fruchtzucker-Gruppe› doppelt so hoch wie in der ‹Traubenzucker-Gruppe› oder der Kontrollgruppe – und dies mehr als zwölf Stunden nach der letzten Mahlzeit bzw. dem letzten Zuckerkonsum», sagt Gerber. Überraschend war insbesondere, dass der am häufigsten konsumierte Haushaltszucker die Fettsynthese sogar noch etwas höher ankurbelte als dieselbe Menge Fruchtzucker. Denn bisher stand vor allem Fruchtzucker im Verdacht, solche Veränderungen hervorzurufen.

Die erhöhte Fettproduktion in der Leber ist ein massgeblicher erster Schritt in der Entstehung von weit verbreiteten Erkrankungen wie Fettleber oder Typ 2-Diabetes. Aus gesundheitlicher Sicht empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation WHO, den täglichen Zuckerkonsum auf rund 50 Gramm oder noch besser auf 25 Gramm zu beschränken. «Doch davon sind wir in der Schweiz noch weit entfernt», betont Philipp Gerber. (Universitätsspital Zürich / Universität Zürich)
(gb)

News, Tipps, … – die neuesten Beiträge
10.04.2021
dNEWS: Migros deklariert Nutri-Score auf Eigenmarken
07.04.2021
dSchalentier-Allergiker sollten Insektenprodukte meiden
06.04.2021
dRessourcen sparen dank Nährstoffen aus Insekten, Pilzen und Algen
01.04.2021
dKEIN APRILSCHERZ: Gemüseanbau im Weltraum
31.03.2021
dTIPPS: Osterlamm richtig zubereiten
30.03.2021dNEWS: Die Migros wächst und prosperiert
29.03.2021dTIPPS: Wie lange halten sich gekochte Eier?
24.03.2021dKOMMENTAR: Wissenschaftler plädieren für Nutri-Score-Pflicht
23.03.2021dKOMMENTAR: Food Megatrends aus Sicht des GDI
22.03.2021dNEWS: Migros lanciert Nachhaltigkeits-Noten auf Produkten
21.03.2021dNEWS: Biokäse und Biobutter boomen im Detailhandel
17.03.2021dFORSCHUNG: Schon wenig Gezuckertes erhöht Körperfett
16.03.2021dKOMMENTAR: Nahrungsergänzung plus angereicherte Produkte ist riskant
15.03.2021dNEWS: Vegane Ernährung schmälert Knochengesundheit
13.03.2021dKinderwerbung für Fast Food, Snacks und Süsses nimmt zu
10.03.2021dNEWS: Schweizer essen mehr Guetzli aber importierte
09.03.2021dNEWS: Ja zum Freihandel mit Indonesien – die Folgen
08.03.2021dTIPP: Die richtige Bratpfanne
07.03.2021dWho is who bei den Hülsenfrüchten
03.03.2021dKOMMENTAR: Vitamin-D-Präparate zur Virenabwehr ist unbewiesen
02.03.2021dTIPP: Fleisch – Ausstellung der Nationalbibliothek in Bern
01.03.2021dNEWS: Schweizer essen weniger Schoggi aber mehr importierte
28.02.2021dNEWS: innovative Selenanreicherung im Apfelanbau
24.02.2021dKOMMENTAR: Appell an Verarbeiter - wenn Salz dann jodiertes
23.02.2021dNEWS: Bio boomt in Europa
22.02.2021dTIPPS: Schöne Haut dank gesunder Ernährung
21.02.2021dGewinner und Verlierer im Foodmarkt 2020 wegen Corona
16.02.2021dFORSCHUNG: Regelmässiges Koffein reduziert graue Hirnzellen
15.02.2021dTIPP: Proteinpräparate sind auch für Sportler meistens unnötig
14.02.2021dNEWS: Food-Rekordumsatz im Schweizer Detailhandel
Ecke für Profis
08.04.2021
.CONFISERIE: Süsswaren-Topinnovationen der ISM 2021

Die Innovations-Gewinner der ISM 2021 sind: Tee-Schokolade-Kombination, Käsesnacks und Cerealien-Dragées.




Navigations-Tipp:
Für die Smartphone-Ansicht klicken Sie auf Druckansicht.



©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland