Foodfachzeitung im Internet
Sonntag, 12. Juli 2020
Tipp
12.05.2020
Buchtipp: Schweizer Küche

Mit Leseproben: Rezept des Appenzeller Siedwurststrudels sowie Bündnerfleisch mit unwiderstehlichem Aroma
News, Tipps, …
Druckansicht18.11.2019
TIPP: «Frei von»-Lebensmittel sind für Gesunde ungeeignet

Die Society of Nutrition and Food Science (SNFS) mit Sitz an der Universität Hohenheim beleuchtete im Oktober 2019 in einer Dialog-Veranstaltung in Bonn das Thema Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Vor dem Hintergrund, dass gefühlt die Zahl der Menschen mit Lebensmittelunverträglichkeiten und -allergien zunimmt einerseits und dass „Frei-von“-Lebensmittel aus Sicht einer zunehmenden Zahl von Verbrauchern sinnvoll und gesund seien andererseits. Ein aktuelles Spannungsfeld. Nach einer älteren Erhebung (BMEL Ernährungsreport 2016) meiden 12 Prozent der Bevölkerung Laktose, Fruktose und/oder Gluten; bei den 19- bis 29-Jährigen sind es 19 Prozent.

Für Menschen mit echten Unverträglichkeiten und Allergien gegen Nahrungsmittel seien „Frei-von“-Lebensmittel ein Segen, doch für alle anderen nur selten die bessere Wahl. Wer Lebensmittel mit wertvollen Nährstoffen ohne medizinischen Grund einfach weglasse, verzichte auch auf deren gesundheitlichen Nutzen, warnen die Wissenschaftler der SNFS. Zudem hätten in den vergangenen Jahren Nahrungsmittelunverträglichkeiten nicht zugenommen. Nur etwa zwei bis fünf Prozent der Bevölkerung in Deutschland habe eine nachgewiesene Allergie gegen bestimmte Nahrungsmittel oder -inhaltsstoffe, wie zum Beispiel Zöliakie, also Glutenunverträglichkeit.

Wichtig hierbei: Eine sinnvolle Diät setzt stets eine sorgfältige Diagnose voraus. Was das betrifft, „so sind in Europa erhebliche Fortschritte bei der Diagnostik und im Umgang mit Nahrungsmittelallergien erzielt worden“, erläuterte Professor Jörg Kleine-Tebbe vom Allergie- und Asthmazentrum Westend in Berlin in seinem Vortrag. „Leider werden hierzulande untaugliche Methoden bei Nahrungsmittelallergien und -unverträglichkeiten angeboten, die zur Verwirrung und unberechtigten Diäten bei den Betroffenen beitragen“, warnt der Wissenschaftler.

Was häufig zu kurz kommt, sind die psychologischen Aspekte bei einer echten Nahrungsmittelallergie. „Je nach Schweregrad ist die emotionale und soziale Belastung gerade bei erkrankten Kindern und deren Angehörigen – insbesondere der Mutter – sehr hoch“, betont Professor Nanette Ströbele-Benschop vom Institut für Ernährungsmedizin an der Universität Hohenheim. Sie plädiert dafür, gerade auch die psychologischen und sozialen Aspekte stärker in den Fokus zu rücken.

Es bleibt das Problem, dass manche Lebensmittel vielen Menschen ohne echte Stoffwechselstörung Beschwerden verursachen. Für sie hat Professor Jan Frank, Ernährungswissenschaftler an der Universität Hohenheim und Vorsitzender der SNFS den Rat: „Wer das Gefühl hat, bestimmte Nahrungsmittel nicht gut zu vertragen, sollte diese reduzieren, aber sie im Sinne einer ausgewogenen, vielfältigen Ernährung nicht komplett weglassen.“ Mit diesem Kompromiss könne man gefahrlos ausprobieren, was einem gut bekommt. (BzfE)
(gb)

News, Tipps, … – die neuesten Beiträge
08.07.2020
dFORSCHUNG: Algen-Nährstoffe: ökologische Alternative zu Fisch
07.07.2020
dGoûts+Terroirs mit Swiss Bakery Trophy auf 2021 verschoben
06.07.2020
dTREND: Vegetarier auf dem Vormarsch
05.07.2020
dNEWS: Rohmilch(produkte) beeinflussen die Gesundheit
01.07.2020
dTIPP: Spanische Tapas als Apero oder Hauptgang
30.06.2020dBrot mit mehr Protein und Nahrungsfasern dank Ackerbohnenzusatz
29.06.2020dTIPPS: Fisch und Crevetten richtig grillieren
28.06.2020dErsatzprodukte für tierische Lebensmittel im Trend
25.06.2020dTIPP: Jetzt fangfrischer Matjes
23.06.2020dNEWS: Norwegen erforscht industrielle Algen-Produktion
22.06.2020dNEWS: Kühe dürfen nun gemolken werden, auch wenn sie Kälber säugen
21.06.2020dTIPP: Pass- und Seemärkte von Alpinavera starten
17.06.2020dNEWS: Past-Milch und Eier sind Bio-Verkaufsschlager
16.06.2020dTREND: Neue Dimension des «Lädeli-Sterbens»
16.06.2020dBericht zu Agrar- und Lebensmittelmärkten im Corona-Monat April
14.06.2020dSchweizer Reisanbau nun auch im Aargau
11.06.2020dFORSCHUNG: Ernährung, Immunabwehr und Corona
10.06.2020dNEWS: Corona treibt Lebensmittelpreise in die Höhe
09.06.2020dTREND: Nahrung ist immer mehr Selbstverwirklichung
08.06.2020dTIPPS: Schutzmassnahmen vor Lebensmittel-Viren
08.06.2020dNEWS: Nestlé verletzt Markenrechte von «Impossible Burger»
04.06.2020dUrner Trockenfleisch ins «Kulinarische Erbe» aufgenommen
03.06.2020dNEWS: grünes Licht für Hof- und Weideschlachtung
02.06.2020dNEWS: innovative Fischwürste von Walliser Fischzucht
01.06.2020dGRATULATION: Goldregen für Grossmetzgerei Ernst Sutter
28.05.2020dAuf der Suche nach Schlüssel-Innovationen für den Ernährungswandel
26.05.2020dNEWS: Der faire Handel legt zu
25.05.2020dNEWS: Fleischmarkt erholt sich vom Coronaschock
24.05.2020dWegen Corona-Auflagen unrentable Restaurants machen ggf freiwillig wieder zu
19.05.2020dTIPP: Digitale Grillmeisterschaft sucht Teilnehmer mit Burger-Fotos
Ecke für Profis
11.07.2020
.TECHNOLOGIE: Anuga FoodTec 2021 mit Schwerpunkten Automation und Digitalisierung

Als international führende Technikmesse für die Lebensmittelindustrie schafft die Anuga FoodTec 2021 eine Plattform für Top-Themen der Branche. Messevorschau.
Navigations-Tipp:
Für die Smartphone-Ansicht klicken Sie auf Druckansicht.



Surf-Tipps

foodaktuell.ch
Internetmagazin für die Lebensmittelbranche

Metzgereizeitung foodaktuell (Print-Journal)
www.mpv.ch > foodaktuell



©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland