Foodfachzeitung im Internet
Donnerstag, 28. Januar 2021
Tipp
01.12.2020
Spitzenkoch-Rezepte im Metzgerkalender 2021

Rezepte von Starkoch Andreas Caminada und weiteren Spitzen-Kochbuchautoren Im Metzgerkalender 2021. Zwölf kulinarische Höhenflüge zum einfachen Nachkochen.
News, Tipps, …
Druckansicht16.11.2020
FORSCHUNG: Apfelschalen statt synthetische Antioxidantien

Die Freie Universität Bozen hat ihr erstes Patent angemeldet: Aus Rückständen der Apfelverarbeitung hat die Forschungsgruppe von Prof. Matteo Scampicchio ein Wachs gewonnen, das unter bestimmten Bedingungen eine antioxidative Wirkung aufweist. Verwendbar ist es künftig als Ersatz für synthetische Inhaltsstoffe in der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie.

Das Forscherteam von Matteo Scampicchio hat das Produkt in den Labors am NOI Techpark entwickelt. Scampicchio ist Professor für Lebensmitteltechnologie an der Fakultät für Naturwissenschaften und Technik. Die Forscher*innen haben ein Oleogel mit antioxidativen Eigenschaften hergestellt, das sowohl von der Lebensmittelindustrie als natürlicher Ersatzstoff für synthetische Verbindungen als auch von der Kosmetikindustrie verwendet werden kann. Zudem könnte das Gel bei der Futtermittelherstellung für Haustiere zum Einsatz kommen.

Wie bei vergangenen Studien haben Matteo Scampicchio und sein Forscherteam neue Wertstoffe aus Rückständen gewonnen, die bei der Verarbeitung lokaler Produkte anfallen – Stoffe, die sonst entsorgt werden müssten und den Unternehmen Kosten verursachen. Ausgangspunkt der Entdeckung waren Apfelschalen, die als Verarbeitungsrückstand in der Südtiroler Lebensmittelindustrie zurückbleiben.

„Unsere Entdeckung ist das Ergebnis eines Zufalls", erläutert Matteo Scampicchio. „Die Forscherin Giovanna Ferrentino hat geprüft, wie man antioxidative Verbindungen, so genannte Polyphenole, mit Hilfe von überkritischem CO2 aus Apfelschalen extrahieren kann. Nach dem Extraktionsvorgang verstopften stets Wachse den Zylinder, mit dem sie gearbeitet hatte. Bei der Analyse dieser Wachse stellten wir fest, dass sie ein beträchtliches Potenzial aufweisen."

Durch die Zugabe von Ölen, die reich an ungesättigten Fettsäuren sind, wie etwa Leinöl, erhielt das Forschungsteam ein Gel, das Oxidationsprozesse verlangsamt. Eine Funktion, die sehr nützlich für die Lebensmittelproduktion ist, wo das Gel bisher verwendete chemische Antioxidantien wie BHT (Butylhydroxytoluol) und BHA (Butylhydroxyanisol) ersetzen kann. Dasselbe gilt für kosmetische Produkte, wo das Gel beispielsweise statt Propylgallat eingesetzt werden könnte.

Eine weitere Erkenntnis besteht darin, dass die von Wachs-Oleogelen erworbene antioxidative Wirkung in Abhängigkeit von der Abkühlungsgeschwindigkeit der Mischung zunimmt, die die ungesättigte Fettsäure-Matrix in flüssiger Form und das Wachs nach Erhitzen und Mischen enthält.

Das in Italien angemeldete Patent bezieht sich sowohl auf das gewonnene Produkt, das Oleogel, als auch auf den Extraktionsprozess mittels überkritischem CO2: ein Vorgang ohne negative Auswirkungen auf die Umwelt. Derzeit prüfen die Forscher*innen der unibz in ihren Labors die Möglichkeit, Oleogel auch aus anderen Nebenprodukten verschiedener Getreidesorten, Sonnenblumenkernen, Traubenschalen, Olivenkernen, Sojabohnen oder Wachsplatten, die von Honigproduzenten verwendet werden, zu extrahieren. (Unibz)
(gb)

News, Tipps, … – die neuesten Beiträge
27.01.2021
dTREND: Weltweit steigt der Konsum essbarer Insekten
26.01.2021
dKOMMENTAR: Chancen und Risiken der Nanotechnologie
25.01.2021
dNEWS: Micarna-CEO Albert Baumann tritt zurück
24.01.2021
dKOMMENTAR: keine Billigpreis-Werbung mehr für Fleisch?
20.01.2021
dFORSCHUNG: Gesunde «Nebenwirkungen» dunkler Schokolade
19.01.2021dNEWS: Online-Käufe und Bioprodukte boomen in der Migros
18.01.2021dTIPP: Vegi-Steaks aus Jackfrucht
17.01.2021dTipp: Gourmet-Ketchup selber machen
17.01.2021dKOMMENTAR: Biochemische Erklärungen für Schokoladensucht
13.01.2021dTIPP: Gewürzten Essig selbst herstellen
12.01.2021dTIPP: Canihua, glutenfreies Getreide mit Chocoaroma
11.01.2021dSAISON: Sättigendes Wintergemüse Topinambur
10.01.2021dFORSCHUNG: Ebergeruch im Fleisch «ausschalten»
06.01.2021dTIPP: Harissa-Sauce mit Chili-Scharfmacher
05.01.2021dTIPP: Knusprige Pfannenpizza, blitzschnell ohne Ofen
04.01.2021dFORSCHUNG: Broccoli und Rosenkohl für gesunde Blutgefässe
03.01.2021dTREND: Vegane Ersatzprodukte werden immer beliebter
28.12.2020dKOMMENTAR: Chancen für biobasierte Kunststoffe als Lebensmittel-Verpackung
27.12.2020dFORSCHUNG: Vakuum-gegartes Fleisch besser verdaulich
22.12.2020dTIPP: Welches Obst reift nach und wie dies fördern?
21.12.2020dTIPP: Zitronengras richtig verwenden
20.12.2020dKOMMENTAR: «Tierschutz» fordert bessere Preise für Bauern
16.12.2020dSAISON: Federkohl, ein heimischer Superfood
15.12.2020dTIPPS: Typologie der Zitrusfrüchte
14.12.2020dFORSCHUNG: Blähungen vermeiden mit lang gegärtem Weizengebäck
13.12.2020dSAISON: Gänsebraten – rar auf Schweizer Weihnachtstafel
09.12.2020dTIPPS: Chocoüberzug mit Schokolade, Couvertüre oder Kakaoglasur?
08.12.2020dNEWS: CafetierSuisse befürchtet Café-Sterben wegen Corona
07.12.2020dBundesrat und Parlament: Ja zum Freihandel mit Indonesien
06.12.2020dRoberto Luisoni wird Metzger des Jahres 2020
Ecke für Profis
22.01.2021
.MOLKEREI: Molke ist gesund - was genau bietet sie?

Molke enthält viel Proteine hoher Wertigkeit, wasserlösliche Vitamine, Calcium und Immunoglobuline, die das Immunsystem stärken und Glycoproteine, die Mikroben hemmen.
Navigations-Tipp:
Für die Smartphone-Ansicht klicken Sie auf Druckansicht.



Surf-Tipps

foodaktuell.ch
Internetmagazin für die Lebensmittelbranche

Metzgereizeitung foodaktuell (Print-Journal)
www.mpv.ch > foodaktuell



©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland