Foodfachzeitung im Internet
Dienstag, 11. August 2020
Tipp
12.05.2020
Buchtipp: Schweizer Küche

Mit Leseproben: Rezept des Appenzeller Siedwurststrudels sowie Bündnerfleisch mit unwiderstehlichem Aroma
News, Tipps, …
Druckansicht05.05.2020
KOMMENTAR: Gewinner und Verlierer in der Coronakrise

Der Absatz von landwirtschaftlichen Gütern zeigt durch die Corona-Krise in der Schweiz eine ganz unterschiedliche Entwicklung. Durch vermehrten Heimkonsum und den wegfallenden Einkaufstourismus herrscht eine hohe Nachfrage im Detailhandel und Hofläden haben Hochkonjunktur. Gleichzeitig ist der Gastronomie-Kanal inklusive Hotellerie als Folge der Restaurantschliessungen quasi zum Erliegen gekommen.

Der Milchverarbeiter Emmi bekommt diese Entwicklungen zu spüren. „Produkte für die heimische Küche sind stärker nachgefragt, bei Gastronomieprodukten wie zum Beispiel Kaffeerahmportionen sowie Fabrikate für den Unterwegskonsum ist die Nachfrage allerdings stark gesunken“, sagt Mediensprecherin Sibylle Umiker auf Anfrage.

Auch bei Mooh, der Vermarktungsorganisation von mehr als 4000 Schweizer Milchbauern, spricht man von ähnlichen Trends. So sei die Nachfrage von Butter und Käsespezialitäten dank höherem Heimkonsum gestiegen, erklärt der Verkaufsleiter René Schwager. In der Schweiz sei für den Milchmarkt der Detailhandel wichtiger als die Hotellerie und Gastronomie, international variiere das aber von Land zu Land, so Schwager. Im inländischen Detailhandel erwartet er einen Einbruch des Aufwärtstrends nach Ostern: „Bis dann haben wohl alle ihre Hamstereinkäufe getätigt.“

Im Exportgeschäft ist die Lage hingegen schwieriger einzuschätzen. Mooh stellt international einen massiven Preiseinbruch beim Magermilchpulver fest. Die Gründe dafür könne er nicht abschliessend beurteilen, sagt René Schwager. „Der Preis von Magermilchpulver ist vom Weltmarkt abhängig. Aufgrund der Corona-Krise wird international eine Wirtschaftskrise befürchtet. Das drückt auf den Preis.“ Hinzu kommt, dass mit der Schliessung von Verarbeitungsbetrieben im Ausland die Nachfrage nach Magermilchpulver und Käse für die Weiterverarbeitung ausbleibt.

China und Italien: Einbruch bei Ausser-Haus-Produkten

Vor allem in China und Italien tätig, spürt Mooh den Nachfragerückgang im Segment Hotel-, Gastronomie- und Catering, dem sogenannten Horeca-Bereich. „Dieser Markt ist in China seit Anfang 2020 praktisch bei null. Weil der klassische Lebensmitteleinzelhandel ebenso niedriger läuft als zu normalen Zeiten, profitieren wir vom aktuellen Boom des Onlinehandels“, so die Genossenschaft, die mit ihrem Tochterunternehmen Swissmooh in China präsent ist und den Onlinehandel als Hauptabsatzkanal bezeichnet.

In Italien sei die Nachfrage im klassischen Lebensmitteleinzelhandel nach den Hamstereinkäufen eingebrochen. Der Horeca-Bereich sei sofort nach dem Lockdown auf Null gesunken und dementsprechend fallen die Rohstoffpreise tiefer aus. Mooh rechnet damit, dass der Nachfrageeinbruch bis nach den Sommerferien andauern wird, da dieser Vertriebskanal in Italien ein wichtiger Volumenträger sei und Touristen diesen Sommer ihre Ferien wohl woanders buchen würden.

Schweizer Käse auch in der Krise gefragt?

Im Export von Emmentaler, Gruyère und Co. zeichnen sich infolge der Corona-Krise ernüchternde Entwicklungen ab. „Schweizer Käse wird im Ausland grossmehrheitlich im Detailhandel verkauft. Somit ist Emmi dort vom Zerfall der Nachfrage im Horeca-Bereich wenig betroffen“, so die Emmi-Pressesprecherin Umiker.

Im Detailhandel sieht sie allerdings eine Herausforderung auf den Export zukommen: „Schweizer Käse wird aufgrund des steigenden Milchpreises und des starken Schweizer Franken teurer. Ausserdem sind Schweizer Käseprodukte im Ausland im obersten Preissegment positioniert, und in der Krise greifen Konsumenten eher mal zu Standardprodukten“, sagt Sibylle Umiker. Auch Mooh erwartet negative Entwicklungen im Premiumkäse-Segment. „Die Konsequenzen sind generell noch schwierig abzuschätzen, der Wechselkurs hat aber sicherlich einen negativen Einfluss“, schreibt die Genossenschaft.

Gemäss Switzerland Cheese Marketing (SCM) zeichnet sich ein grösserer Fokus auf digitale Massnahmen ab. «Es zeigt sich, dass eine Verschiebung der Aktivitäten vom direkten Marketing im Detailhandel hin zu digitalen Aktivitäten stattfindet», sagt Martin Spahr, Marketingleiter bei SCM. Messen, Degustationen oder andere Marketing-Aktionen für Schweizer Käse wurden im Detailhandel in Frankreich, Italien, Benelux, Spanien, Finnland und Schweden für das Frühjahr 2020 eingestellt respektive verschoben. «Einzige Ausnahme bildet der deutsche Markt, wo das Feldmarketing nach wie vor stattfindet», sagt Martin Spahr von SCM. Man überarbeite aktuell die Marketing- und Kommunikationspläne in sämtlichen SCM-Niederlassungen. (LID)
(gb)

News, Tipps, … – die neuesten Beiträge
10.08.2020
dTIPP: Tonkabohne mit betörendem Aroma
10.08.2020
dTREND: Ballaststoffreiche Getränke
05.08.2020
dTierfutter aus Algen und Insekten liefert gutes Fleisch
04.08.2020
dNEWS: Migros lanciert frische-verlängerte Früchte&Gemüse
03.08.2020
dMotive, Vor- und Nachteile veganer Ernährung
02.08.2020dNEWS: Weiterhin hohe Umsatzeinbussen im Gastgewerbe
29.07.2020dBuschfleisch-Handel eindämmen aber wie?
28.07.2020dTIPPS: Abgelaufen aber trotzdem geniessbar - Foodwaste vermeiden
27.07.2020dHöheres Coronarisiko in Fleisch-Zerlegereien
26.07.2020dGesundheit von Mensch und Tier hängt zusammen
22.07.2020dTIPP: Steaks vor oder nach dem Grillieren salzen?
21.07.2020dFORSCHUNG: Insektenpulver als proteinreiche Zutat
20.07.2020dNEWS: Kentucky Fried Chicken lanciert 3D-gedruckte Nuggets
19.07.2020dWichtige Messen 2020: SÜFFA findet statt, Südback und ZAGG abgesagt
15.07.2020dNEWS: Ansturm auf Hofläden dank Corona
14.07.2020dFORSCHUNG: Trendstudie „Fleisch der Zukunft“
13.07.2020dWelche Zutaten rösten und warum
13.07.2020dTIPP: Sommerhit - Kuchen ohne Backofen
08.07.2020dFORSCHUNG: Algen-Nährstoffe: ökologische Alternative zu Fisch
07.07.2020dGoûts+Terroirs mit Swiss Bakery Trophy auf 2021 verschoben
06.07.2020dTREND: Vegetarier auf dem Vormarsch
05.07.2020dNEWS: Rohmilch(produkte) beeinflussen die Gesundheit
01.07.2020dTIPP: Spanische Tapas als Apero oder Hauptgang
30.06.2020dBrot mit mehr Protein und Nahrungsfasern dank Ackerbohnenzusatz
29.06.2020dTIPPS: Fisch und Crevetten richtig grillieren
28.06.2020dErsatzprodukte für tierische Lebensmittel im Trend
25.06.2020dTIPP: Jetzt fangfrischer Matjes
23.06.2020dNEWS: Norwegen erforscht industrielle Algen-Produktion
22.06.2020dNEWS: Kühe dürfen nun gemolken werden, auch wenn sie Kälber säugen
21.06.2020dTIPP: Pass- und Seemärkte von Alpinavera starten
Ecke für Profis
07.08.2020
.TECHNOLOGIE: Komplizierte Herstellung veganer Lebensmittel

Immer mehr Hersteller kreieren vegane Produkte, die immer besser werden. Grosse Handelsketten bauen ihr Vegi-Sortiment aus. Innovative Start-ups stiften neue Ideen dazu.
Navigations-Tipp:
Für die Smartphone-Ansicht klicken Sie auf Druckansicht.



Surf-Tipps

foodaktuell.ch
Internetmagazin für die Lebensmittelbranche

Metzgereizeitung foodaktuell (Print-Journal)
www.mpv.ch > foodaktuell



©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland