Foodfachzeitung im Internet
Montag, 30. März 2020
Tipp
29.01.2020
Messetipp: Südback 2020 mit Innovationen und Inspirationen

Südback-Fachmesse vom 17.-20. Oktober 2020 in Stuttgart mit einzigartigem Konzept am Puls der Zeit
News, Tipps, …
Druckansicht01.07.2019
Weniger Pestizide dank moderner Technik?

An der Generalversammlung der Schweizer Agrarjournalisten (SAJ) diskutierten Suisse-Garantie-Gemüseproduzent Beat Bösiger, IP-Suisse-Geschäftsführer Fritz Rothen und Bio-Suisse-Präsident Urs Brändli unter Leitung von SAJ-Präsident Roland Wyss zur Zukunft der verschiedenen Produktionsweisen. Fritz Rothen rechnet damit, dass die Zukunft vor allem Senkungen bringen wird: In der Tierhaltung beim Antibiotika-Einsatz und im Ackerbau bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln. Beim Ackerbau ist sein Standpunkt klar: Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln soll gesenkt werden, die Produktion aber deswegen nicht einbrechen.

Urs Brändli misst den gesellschaftlichen Herausforderungen eine grosse Bedeutung bei. Diskussionen liefen heiss, der Druck auf die Landwirtschaft nehme in Zukunft zu, so Brändli. Er plädierte für mehr Vertrauen in die Ingenieure und den Fortschritt der Technik. "Die Entwicklung ist gewaltig. Ich wage zu behaupten, dass wir in 10 Jahren wegen des technischen Fortschrittes keine Herbizide mehr verwenden müssen", so Brändli. Auch Fritz Rothen zeigte sich vom technologischen Fortschritt im Pflanzenschutz-Bereich überzeugt. Er betonte aber, dass ein vollständiger Verzicht auf Pflanzenschutzmittel besonders bei Spezialkulturen nicht möglich sein wird. Dies vor allem im Bereich der Fungizide – den Mitteln gegen Pilzkrankheiten.

Brändli führte aus, dass viele Konsumenten heute genaustens wissen wollen, welche Inhaltsstoffe ein Produkt enthält und wie es produziert wird. Deswegen seien Gentechnik und neue Verfahren wie Crispr-Cas auch in 20 Jahren für den Bio-Landbau nicht interessant. Man wisse schlicht noch nicht, was für Auswirkungen die Biotechnologie auf den Menschen haben könne. Fritz Rothen hingegen zeigte sich offen für neue Verfahren und sieht darin Chancen.

Grosses Thema waren die Pflanzenschutz-Initiativen. Brändli bedauert, dass es keinen Gegenvorschlag gibt. An der Trinkwasser-Initiative kritisierte er, dass sie nur auf die Landwirtschaft fokussiere, die ganze Gesellschaft aber ausblende. Er geht nicht davon aus, dass die TWI bei den Bio-Bauern eine Mehrheit findet, besonders wegen der Thematik rund um die Futtermittel. Bei der Antipestizid-Initiative könne man es aber keinem Bio-Bauern übel nehmen, wenn er sich dafür einsetze.

Klar gegen einen Gegenvorschlag ausgesprochen hatte sich Fritz Rothen. Neue Vorschriften würden dazu führen, dass die Bauern am Markt Geld verlören, so der IP-Suisse-Geschäftsführer. Zusätzliche Prämien könnten so nicht mehr erwirtschaftet werden, weil die Grossverteiler den Standard nicht zusätzlich bezahlten. Die Anti-Pestizid-Initiative bezeichnete er als "total verwerflich". Es sei unerheblich, ob etwas synthetischen oder natürlichen Ursprungs giftig sei. "Es gibt biologische Pflanzenschutzmittel, mit denen man jeden töten kann", so Rothen.

Bösiger nahm auch die Konsumenten in die Pflicht. Was die Leute vor dem Laden nämlich sagten, sei oft nicht das, was sie im Laden tun würden, so der Gemüseproduzent: "Wir können nichts produzieren, das der Kunde nicht will", sagte er hinsichtlich des Marktanteils von Bio-Gemüse. Bösiger plädierte zudem für eine ganzheitliche Herangehensweise. Pflanzenschutzmittel aus der Landwirtschaft seien nur ein Teil. Medikamentenrückstände, Hygieneprodukte und Pestizide von Privatgärtnern müssten seiner Ansicht nach ebenso beachtet werden. (LID)

Stichwort: .Landwirtschaft:
(gb)

News, Tipps, … – die neuesten Beiträge
29.03.2020
dFORSCHUNG: Zu viel Salz hemmt die Immunabwehr
26.03.2020
dTREND: Konzentrationsprozess in der Bäckereibranche
25.03.2020
dTIPP: Migros und Pro Senectute starten kostenlose Heimlieferungen
25.03.2020
dKäsereien und Bäckereien liefern nachhause wegen Coronakrise
23.03.2020
dFORSCHUNG: Blaualgen als Alternative zu Ölpflanzen?
22.03.2020dVerbot von Wochenmärkten: Neue Vertriebswege gesucht
19.03.2020dGUT ZU WISSEN: Reinigung, Desinfektion, Sterilisation – die Unterschiede
18.03.2020dTIPP: Extra-vergine Olivenöl eignet nun doch zum Braten
16.03.2020dTIPPS: Coronavirus vermeiden – wie und warum
12.03.2020dTIPP: Brotaufstriche selber machen
11.03.2020dSAISON: Frühlingszwiebel - ein Allroundtalent in der Küche
10.03.2020dSuperfood-Beeren: wozu in die Ferne schweifen?
09.03.2020dKOMMENTAR: «Tierschutz» kritisiert Fleisch-Preisunterschied bio-konventionell
08.03.2020dNEWS: Schweiz ist wieder Käse-Weltmeister
05.03.2020dTIPPS: Am 6.März wird Tiefkühlkost gefeiert
04.03.2020dNEWS: Weltweite Versorgungslücke droht bei Omega-3-Fettsäuren
03.03.2020dNEWS: Neue Studie erhellt Tiefkühlprodukt-Kaufmotive
02.03.2020dNEWS: Beanstandungen bei Hygiene von Fleischwaren
02.03.2020dTREND: Plastik-Verpackungen ersetzen
26.02.2020dKochen, Blanchieren, Pochieren etc: was ist der Unterschied?
25.02.2020dTIPP: Korrekter Umgang mit tiefgekühlten Backwaren
24.02.2020dNEWS: Rettung für männliche Küken dank Analyse der Eier
24.02.2020dTREND: Agro-Biodiversität geht stark zurück
19.02.2020dTIPP: perfekter Espresso - wissenschaftlich erklärt
18.02.2020dNEWS: Coop weiter auf Erfolgskurs
17.02.2020dFORSCHUNG: Lieber weniger süss als Süssstoffe
17.02.2020dTREND: Bio in Europa wächst weiter
13.02.2020d«Tischlein deck dich» rettet 4543t Food vor der Vernichtung
12.02.2020dKOMMENTAR: Süsswaren-Trends und –Innovationen
11.02.2020dTREND: Wohlbefinden als Motor des Konsumentenverhaltens
Ecke für Profis
28.03.2020
.METZGEREI: Auswirkung der Coronakrise auf den Fleischmarkt

Die Coronakrise hat grosse Auswirkungen auf alle Marktpartner der Fleischwirtschaft. Proviande versucht die Versorgung der Bevölkerung mit Fleisch aus Schweizer Produktion sicherzustellen.
Navigations-Tipp:
Für die Smartphone-Ansicht klicken Sie auf Druckansicht.



Surf-Tipps

foodaktuell.ch
Internetmagazin für die Lebensmittelbranche

Metzgereizeitung foodaktuell (Print-Journal)
www.mpv.ch > foodaktuell



©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland