Foodfachzeitung im Internet
Montag, 17. Februar 2020
Tipp
29.01.2020
Messetipp: Südback 2020 mit Innovationen und Inspirationen

Südback-Fachmesse vom 17.-20. Oktober 2020 in Stuttgart mit einzigartigem Konzept am Puls der Zeit
News, Tipps, …
Druckansicht26.04.2019
INTERVIEW: mit Marcel Kreber zum Tag des Bieres 26.4.2019

Marcel Kreber, Direktor des Schweizer Brauerei-Verbandes (https://bier.swiss/), sieht Potenzial in Schweizer Hopfen und Braugerste. Und hofft, dass die Schweiz zu einer Biernation heranwächst. Am Vorabend des Tag des Schweizer Bieres vom 26. April wurde in Bern der Bierorden "ad gloriam cerevisiae" verliehen. Er geht dieses Jahr an Michael Kräuchi, Geschäftsleitungsmitglied von Bern Welcome. Kräuchi ist laut Mitteilung die treibende Kraft hinter dem Ziel, Bern als Bierhauptstadt der Schweiz zu etablieren. Der neue Ordensträger eröffnete traditionell mit dem Fassanstich offiziell die Biersaison 2019. Interview: LID

LID: Regionale Brauereien und Bier-Lokale mit grosser Auswahl sind im Trend. Was sind die Gründe für dafür?

Marcel Kreber: Man könnte sagen, je globaler unsere Welt, desto grösser der Wunsch nach lokalem Schaffen und Authentizität. Nicht umsonst gibt es die Weisheit: Bier braucht und/oder schafft Heimat. Neben diesem Grundgefühl ist sicherlich auch die liberale Gesetzgebung in unserem Land mitverantwortlich für den Brauerei-Gründungsboom. Denn eine abgeschlossene Berufslehre als Bierbrauer - Lebensmitteltechnologe EFZ Bier - wie sie die Profi-Bierbrauer absolvieren, wird für das private Bierbrauen nicht vorausgesetzt.

Zudem ist das Biersteuergesetz so ausgelegt, dass kleine Brauereien weniger Biersteuer bezahlen müssen als grössere. Natürlich hat aber auch das grösser werdende Interesse der Konsumenten an der wachsenden Biervielfalt seinen Teil zum Boom beigetragen. Ich würde auch meinen, das einzelne Imagemassnahmen - wie der Tag des Schweizer Bieres - einen Einfluss hatten und haben.

Auch wenn die Zahl von über 1'000 Braustätten in der Schweiz nach viel tönt, ist diese dennoch zu relativieren. Rund 700 Brauereien brauen zwischen 0 und 2'000 Liter pro Jahr. Und die 51 grössten Brauereien, die je über 100'000 Liter pro Jahr ausstossen, stehen für über 99 Prozent des schweizerischen Bierausstosses. Eines ist aber allen Brauern - ob gross oder klein - gemein, sie wollen ein qualitativ gutes Bier brauen.

LID: In der Schweiz können sich Interessierte zum Bier-Sommelier ausbilden lassen. Was erhofft sich der SBV von dieser Ausbildung und den Sommeliers?

Diese Ausbildung, welche wir in Zusammenarbeit mit GastroSuisse seit 2011 anbieten, ist eine Erfolgsgeschichte. Prinzipiell geht es darum, Berufsleuten aus der Gastronomie, dem Brauwesen oder interessierten Privatpersonen die unglaubliche Biervielfalt zu vermitteln und sie so zu Bierbotschaftern auszubilden. Ein passendes Bier wird sowohl in der gehobenen Hotellerie und Gastronomie als auch im einfachen Restaurant geschätzt.

Die Brauereien in der Schweiz besitzen ein reiches und innovatives Angebot an Bierspezialitäten, die es zu entdecken, zu verkosten und zu verkaufen gilt. Neben regelmässigen Weiterbildungsangeboten finden auch Schweizer Meisterschaften statt, um die besten Bier-Sommeliers des Landes zu küren und diese an die Weltmeisterschaften - wie 2019 - zu entsenden.

LID: Einige Brauereien setzen auf Schweizer Braugerste oder Schweizer Hopfen. Sehen Sie künftig einen wachsenden Markt dafür oder bleibt es eine eher exklusive Nische?

Hier sehe ich durchaus Potential. Wir decken rund 10 Prozent des schweizerischen Bedarfs mit einheimischem Hopfen. Der Anbau von Braugerste ist anspruchsvoll. An erster Stelle steht die richtige Sorte. Sie muss sich nicht nur für die Böden und das Klima in der Umgebung eignen, sondern auch gute Malz-Eigenschaften mitbringen. Schweizer Brauergerste muss grösstenteils aufgrund mangelnder Kapazitäten in Deutschland gemälzt werden. Ich bin aber sicher, dass wenn der Preis und die Qualität von in der Schweiz gemälzter Braugerste stimmt, sich durchaus ein Markt entwickelt.

LID: Was wünschen sie sich für die Zukunft für die Bier-Branche?

Eine weiterhin wachsende Biervielfalt, die Wertschätzung und den Zuspruch der Konsumenten und der Gastronomie und das Bewusstsein, dass die Schweiz langsam aber sicher zu einer Biernation heranwächst. Wir dürfen in diesem Zusammenhang durchaus selbstsicher auftreten. Ich wünsche mir auch, dass viele Brauereien, auch diejenigen, welche als Hobby betrieben werden, auch künftig bestehen bleiben und wir uns alle über die wachsende Bierkultur freuen können. (LID)
(gb)

News, Tipps, … – die neuesten Beiträge
13.02.2020
d«Tischlein deck dich» rettet 4543t Food vor der Vernichtung
12.02.2020
dKOMMENTAR: Süsswaren-Trends und –Innovationen
11.02.2020
dTREND: Wohlbefinden als Motor des Konsumentenverhaltens
10.02.2020
dTIPP: Curry von feurig-scharf bis süsslich-mild
05.02.2020
dFORSCHUNG: viel tierisches Protein könnte Diabetes fördern
04.02.2020dNEWS: bald Schnelltest zum Salmonellennachweis
03.02.2020dNEWS: Migros lanciert App für Anti-Foodwaste-Wundertüte
02.02.2020dSchweizer Käse im Export-Hoch
30.01.2020dNEWS: Neue Studie zeigt: Schweizer bevorzugen hiesiges Brot
29.01.2020dTIPP: Reis richtig kochen – trocken oder sämig mit Biss
28.01.2020dWelternährung ohne Umweltschaden ist machbar
27.01.2020dNEWS: Migros steigert Umsatz um 0.7%
23.01.2020dNEWS: Migros entwickelt «Vertical Farm» in Basel
22.01.2020dNEWS: Herkunft Schweiz ist bei Fleisch analytisch nachweisbar
21.01.2020dNEWS: Chilischärfe ist vermutlich Herz-schonend
20.01.2020dKOMMENTAR: Ungenügender Tierschutz im Schlachthof
16.01.2020dNEWS: Detailhandel stagniert aber Coop prosperiert
15.01.2020dTIPP: Zukunftskongress für Süsswaren- und Snackbranche
14.01.2020dTIPP: Kochwasser erst salzen wenn es heiss ist
13.01.2020dSAISON: Who is Who bei den Zitrusfrüchten
09.01.2020dNEWS: Fleisch-Haltbarkeit mit Milchsäurebakterien verlängern
08.01.2020dTIPP: Federkohl-Rosenkohl-Kreuzung Kalettes ohne Kohlgeruch
07.01.2020dTIPPS: Who is who bei den Hülsenfrüchten
06.01.2020dKonjaknudel: quellfreudig und kalorienarm. Zum abspecken geeinget?
30.12.2019dTIPP: Oliven als Zutat beim Kochen
19.12.2019dNEWS: Proteinreiche Diät kann den Nieren schaden
18.12.2019dSAISON: Genfer Kardy – distelartiges Festtags-Gemüse
17.12.2019dTIPP: Ananas ist gesund, reift aber nicht nach
16.12.2019dNEWS: FBKplus, neue Schweizer Food-Fachmesse geplant
12.12.2019dKOMMENTAR: Sind Low-carb / High-fat-Diäten sinnvoll?
Ecke für Profis
15.02.2020
.METZGEREI: Bell Food Group wächst und prosperiert

Die Bell Food Group hat im Verlauf des Geschäftsjahres 2019 deutliche Fortschritte erzielt. Bereinigt um diverse Sondereffekte erzielte die Bell Food Group ein operatives Wachstum.
Navigations-Tipp:
Für die Smartphone-Ansicht klicken Sie auf Druckansicht.



Surf-Tipps

foodaktuell.ch
Internetmagazin für die Lebensmittelbranche

Metzgereizeitung foodaktuell (Print-Journal)
www.mpv.ch > foodaktuell



©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland