Foodfachzeitung im Internet
Dienstag, 1. Dezember 2020
Tipp
21.09.2020
Buchtipp: Einfach gute Steaks

Das Beste von Rind, Schwein, Poulet & Co. – klassisch oder neu. Mal köstlich gefüllt, mal mit Kruste: die ganze Vielfalt saftiger Steaks. Der Weg zum perfekten Gargrad isteinfach erklärt.
Ecke für Profis
Druckansicht13.11.2020
ERNÄHRUNG: wie man das Immunsystem stärkt
Gerade in der Coronapandemie ist ein gut funktionierendes Immunsystem wichtig. Die wichtigsten Ernährungs- und weitere Regeln.

Unsere Abwehrkräfte sind ständig im Einsatz und schützen uns vor Bakterien und Viren. Während der Coronapandiemie und im Winter mit Beginn der Erkältungszeit sind sie besonders gefordert. Was wir essen und trinken, beeinflusst die Abwehr unseres Körpers. Wer bunt und abwechslungsreich isst, tut seinen Abwehrkräften Gutes. Ein einzelnes Lebensmittel oder eine gesunde Ernährung insgesamt kann zwar nicht eine Infektion mit dem Coronavirus verhindern. Sie kann aber dafür sorgen, dass unser Körper sich in einer guten Ausgangsposition befindet und für eine mögliche Infektion gut gewappnet ist.

Das Immunsystem benötigt eine ganze Reihe von Wirkstoffen, um optimal funktionieren zu können. Dazu zählen beispielsweise die Vitamine A, D, E und einige B-Vitamine. Der Klassiker unter den Tipps bei einer Erkältung ist Vitamin C. Dieser Nährstoff unterstützt das Immunsystem ganz wesentlich. Einer Erkältung verhindern – wie so häufig angenommen – lässt sich jedoch durch eine Extraportion Vitamin C nicht. Erst wenn man bereits erkältet ist, kann dieser Nährstoff durch seine antioxidative Wirkung dazu beitragen, dass sie weniger lange dauert und nicht so schwer verläuft. Besonders viel Vitamin C steckt in Beeren, Paprika, Kohl und Zitrusfrüchten. Nahrungsergänzungsmittel sind also nicht nötig.

Auch Vitamin D ist auf vielfältige Weise für eine funktionierende Immunabwehr wichtig, das steht ausser Frage. Die Behauptung, dass die Einnahme von Vitamin-D-Präparaten vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen könne, weist das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin zurück.

Vitamin D kann der Körper durch Sonneneinstrahlung in der Haut selbst bilden. Ist die Menge, die wir über das Essen aufnehmen und in der Haut bilden, nicht ausreichend, und der Arzt hat zudem einen Mangel festgestellt, ist eine zusätzliche Einnahme von Vitamin D sinnvoll. Das unterstützt auch das Immunsystem.

Bei den Mineralstoffen sind es vor allem Zink, Kuper, Eisen und Selen, die unser Immunsystem bei der Abwehr von Bakterien und Viren unterstützen. Selen beispielsweise hilft unter anderem, die Zellen vor oxidativen Stress zu schützen. Ein Zuviel an Selen oder Eisen können allerdings dem Immunsystem auch schaden. Aminosäuren, also die Bausteine von Proteinen, und die Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) sind ebenfalls wichtig für gut arbeitende Abwehrkräfte. Für sekundäre Pflanzenstoffen wie Polyphenole, Carotinoide (Farbstoffe) und Flavonoide gibt es inzwischen zahlreiche Hinweise, dass sie entzündungshemmend wirken und unser Immunsystem anregen.

Nahrungsfasern für eine gute Darmmikrobiota

Der überwiegende Teil unseres Immunsystems befindet sich im Darm. Rund 70 Prozent der Abwehrzellen sitzen in der Darmschleimhaut und wehren unerwünschte Keime ab. Die Funktion dieses Immunsystems ist unter anderem von Bakterien im Darm, dem Darm-Mikrobiota abhängig und die lässt sich durch unsere Ernährung massgeblich beeinflussen. Gut für die Bakteriengemeinschaft sind vor allem Ballaststoffe aus Vollkornprodukten oder Gemüse, die den „guten“ Darmbewohner quasi als Futter dienen. Aber auch Milchprodukte wie Joghurt mit reichlich lebenden Bakterien, sogenannte Probiotika, und fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut sorgen für ein positives Darmmilieu und unterstützen damit die Infektabwehr.

Letztlich ist das A und O für ein gut funktionierendes Immunsystem – wie so oft – eine abwechslungsreiche und ausgewogene Kost, die den Körper mit der Vielzahl an Wirkstoffen ausreichend versorgt (Ernährungspyramide). Wer beim Essen vor allem auf die bunte Vielfalt von Gemüse und Obst und auf Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Nüssen setzt, hat schon viel für seine Abwehrkräfte getan. Frisch zubereitet, mit pflanzlichen Ölen wie Olivenöl und mit Kräutern und Gewürzen geschmacklich abgerundet - mit leckeren Gerichten können wir unser Immunsystem unterstützen. Denn eine derartige Kost wirkt wahrscheinlich entzündungshemmend und trägt zu einem ausgeglichenen Zustand des Immunsystems bei, wie Studien zeigen.

Ist Nahrungsergänzung sinnvoll?

Immer wieder werden Nahrungsergänzungs- und Lebensmittel beworben, die das Immunsystem stärken und angeblich vor dem Coronavirus schützen sollen. Es ist richtig, dass einige Nährstoffe wie beschrieben das Immunsystem beeinflussen. Doch wer ausgewogen und abwechslungsreich isst und sich regelmässig an der frischen Luft bewegt, versorgt seinen Körper ausreichend mit lebensnotwendigen Nährstoffen und stärkt dadurch seine Abwehrkräfte.

Die Einnahme zusätzlicher Vitamine, Mineralstoffe oder anderer Pflanzenstoffe ist vor allem für jüngere gesunde Menschen nicht erforderlich. Im Alter ist die Versorgung mit Vitamin D über die Nahrung und Haut oftmals nicht ausreichend. Dann kann in Absprache mit dem Arzt eine Nahrungsergänzung sinnvoll sein. In der Schweiz wird mit Blick auf eine Infektion mit COVID-19 und das Immunsystem bei einer nicht optimalen Nährstoffversorgung und vor allem ab einem Alter von 65 neben einer gesundheitsförderlichen Ernährung die Verwendung von Nahrungsergänzungsmitteln von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE empfohlen.

Untersuchungen haben gezeigt, dass ein Zuviel an Kalorien schädliche chronische Entzündungen fördern können und Menschen mit starkem Übergewicht, also Adipositas, anfälliger für Virusinfektionen sind. Möglicherweise trifft das auch auf eine Infektion mit dem Coronavirus zu. Adipositas scheint ein bedeutsamer Risikofaktor für schwere Verläufe der COVID-19-Erkrankung zu sein. Gleichzeitig ist es auch wichtig, eine Mangelernährung zu vermeiden, da sie ebenfalls das Risiko für eine Infektion erhöhen und die Abwehrkräfte schwächen kann.

Auch auf den Lebensstil kommt es an

Eine entsprechende Ernährung kann uns zwar nicht vor einer Infektion mit COVID-19 schützen. Vor allem kann sie die notwendigen Corona-Schutzmassnahmen wie Hygieneregeln beachten, Abstand halten, Alltagsmaske tragen und Lüften nicht ersetzen. Aber eine abwechslungsreiche, ausgewogene und farbenfrohe Kost kann das Immunsystem unterstützen und den Körper gegen Infekte widerstandsfähiger machen, sodass wir uns fit und wohl in unserem Körper fühlen und gut durch den Winter kommen. Ebenso wichtig sind genügend Schlaf, ausreichend Bewegung – am besten an der frischen Luft für die Vitamin-D-Bildung – und wenig Stress. So lassen sich unsere Abwehrkräfte optimal stärken. (BZfE)

Weitere Infos: www.bzfe.de
(gb)

Ecke für Profis – die neuesten Beiträge
27.11.2020
d.BÄCKEREI: Neue Erkenntnisse zu Weizen- / Dinkel-Unverträglichkeit:
20.11.2020
d.METZGEREI: Burger professionell rezeptieren und fertigen
13.11.2020
dERNÄHRUNG: wie man das Immunsystem stärkt
06.11.2020
d.GASTRONOMIE: Die weltweit berühmtesten Spiessli
30.10.2020
d.CONFISERIE: 3D-Druck in der Schokoladeverarbeitung
23.10.2020d.METZGEREI: Aromatisches Fleisch von exotischem Rindvieh
16.10.2020d.DETAILHANDEL: Bioprodukte boomen dank Corona
09.10.2020dERNÄHRUNG: Was ändert sich durch die Coronakrise?
02.10.2020dBÄCKEREI: Herkunfts-Deklaration soll Brotimporte bremsen
24.09.2020d.ERNÄHRUNG: Wie (un)gesund sind Kaffee und Coffein?
20.09.2020d.METZGEREI: Offiziell beste Jung-Fleischfachleute 2020
11.09.2020d.METZGEREI: Perfekt schneiden mit dem richtigen Messer
05.09.2020d.BÄCKEREI: Neue Erkenntnisse zur Bekömmlichkeit von Weizenbroten
28.08.2020d.KÄSE: Schwyzer Käserei wegen Listerien geschlossen
21.08.2020d.GASTRONOMIE: Perfekt schneiden mit dem richtigen Messer
14.08.2020d.METZGEREI: Fleischmarkt erholt sich von Corona
14.08.2020dERNÄHRUNG: Viel Eiweiss schützt vor Leberfett
07.08.2020d.TECHNOLOGIE: Komplizierte Herstellung veganer Lebensmittel
01.08.2020d.Verpackung: Schutzfunktion von MAP bis Nanotech
24.07.2020dHYGIENE: Bekämpfung von Listerien in verzehrsfertigen Frischprodukten
18.07.2020d.METZGEREI: Fleisch von exotischen Tieren auf Schweizer Tellern
11.07.2020d.TECHNOLOGIE: Anuga FoodTec 2021 mit Schwerpunkten Automation und Digitalisierung
04.07.2020d.CONFISERIE: Innovative Couverture aus 100% Kakaofrucht
27.06.2020dGASTRONOMIE: Takeaway-Technik - schnell und doch Gourmet-like
19.06.2020d.BÄCKEREI: Rückläufige Nachfrage nach Frischbrot
13.06.2020dMETZGEREI: Das Geheimnis der Rohwurst-Starterkulturen
06.06.2020d.GASTRONOMIE: Gewürze durch Rösten veredeln
30.05.2020d.GASTRONOMIE: Smoker und Gasgrill zum Räuchern
22.05.2020d.LANDWIRTSCHAFT: Markttrends im Zeichen von Corona
15.05.2020d.GASTRONOMIE: Technologien für eisgekühlten Kaffee
Ecke für Profis
27.11.2020
.BÄCKEREI: Neue Erkenntnisse zu Weizen- / Dinkel-Unverträglichkeit:

Eine neue Studie zeigt, dass die Proteine bei Weizen und Dinkel auch von Sorte und Anbauort abhängen. Der Gehalt potenziell allergener Proteine kann um den Faktor 20 schwanken.
Navigations-Tipp:
Für die Smartphone-Ansicht klicken Sie auf Druckansicht.



Surf-Tipps

foodaktuell.ch
Internetmagazin für die Lebensmittelbranche

Metzgereizeitung foodaktuell (Print-Journal)
www.mpv.ch > foodaktuell



©opyrights ...by ask, ralph kradolfer, switzerland