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Mittwoch, 13. Dezember 2017
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07.12.2017
CCA-Magazin über Regionalprodukte

Das CCA-Fachmagazin heisst neu «Et voilà». Ausgabe 23 mit Leseprobe über Forellenzucht Schwendi.


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Druckansicht04.01.2013
Tops und Flops der Schweizer Markthallen
Klein aber fein ist die Zürcher Markthalle Im Viadukt, und sie entwickelt sich gut im Gegensatz zur Berner Markthalle, die im Mai 2013 schliesst und der Basler Markthalle, deren Zukunft völlig unklar ist. Auch Genf hat eine reichhaltige Markthalle.


Zürcher Markthalle Im Viadukt: klein aber fein. Und sie wird stetig attraktiver und beliebter.



Die Viadukt-Markthalle bietet im attraktiven historischen Gemäuer der Bahnviaduktbögen einen ausgewogenen Mix von handwerklich hergestellten Spezialitäten und Agro-Rohprodukten wie auf einem Bauern-Wochenmarkt. Der Akzent liegt auf Schweizer Waren aber auch italienische, Englische und exotische haben ihren Platz. Viele sind spannend, exklusiv und hochstehend.


Nebst exklusiven handwerklichen Delikatessen und der richtigen Art von Werbung braucht eine funktionierende Markthalle auch einen guten Mix von Markt mit Gastronomie und Veranstaltungen. Beide Angebote legen Im Viadukt zu: nebst dem beliebten Restaurant gibt es für die Besucher nun auch einige Marktstände mit Tischen, wo sie sitzen und konsumieren können. Und man fördert Veranstaltungen, die das Publikum motivieren sollen, regelmässig hereinzuschauen, zu verweilen, geniessen und natürlich auch einzukaufen.

Sowohl bei Messen wie auch bei Märkten und Markthallen heisst das Erfolgsgeheimnis ein Mix aus konstanten Werten und Neuem, Erlebnisreichem. Die Zürcher Messe Gourmesse und die Freiburger Messe Gout et Terroirs machen es vor: Viele Aussteller treten jedes Jahr mit denselben (durchaus wertvollen) Produkten auf, und die Organisatoren fördern daher Gastregionen, Shows, Vorträge und Animationen – mit Erfolg. Auch einige Aussteller verstehen den Pfeffer und demonstrieren an ihrem Stand Produktionen vor Besucheraugen, vom Konfitüre Kochen bis zum Wursten im Glashaus.

Der Viadukt-Marktladen «Berg und Tal» ging mit gutem Beispiel voran und stellte am 3.11.2012 einen Wurststand auf, wo ein Koch Westschweizer Saucissons kochte und mit Linsensalat, Brot und Wein verkaufte – mit grossem Erfolg gemäss Ladeninhaber Daniel Rüfli. Dazu trug auch die Möglichkeit zum Degustieren bei sowie ein Tisch, wo die Zürcher die im Züribiet eher exotischen Saucissons geniessen konnten (Bild).


Am 24.11.2012 gab es vor der Markthalle einen Handwerkermarkt und drinnen war das Tessin zu Gast bei Berg+Tal sowie Tritt Käse, sogar mit Musik aus dem Onsernonetal. Am 6.12. besuchte der Samichlaus die Bäckerei St.Jakob, und am 8.+9.12. lud Käsers Schloss zu einer Whisky- und Rum-Degustation ein. Und vom 21.-23.12 engagierte «Berg und Tal» die Zürcher Schokolade-Startup-Unternehmer Taucherli, welche mit Kindern Schokoladefiguren gossen und verzeichnete einen grossen Andrang. http://markthalle.im-viadukt.ch/


Kinder giessen in der Markthalle Schokolade-Hohlkörper, keine Osterhasen sondern Weihnachtsmann-Figuren.


Die Berner Markthalle wird umgenutzt

Die Markthalle am Bubenbergplatz in Bern mit einem vielseitigen Gastro-Angebot ist eher eine Gastrohalle als eine Markthalle. Sie steht nun vor dem Aus: Ab Mai 2013 wird die Liegenschaft saniert. Allen Mietern ist auf diesen Termin hin gekündigt worden. Wer nach dieser Pause in die Halle zieht, ist unklar, entschieden ist aber, dass es keine Restaurants mehr geben wird.

Der Sanierungsbedarf ist gross und dringend, weil jahrelang eher gebastelt, aber nie richtig renoviert worden sei. Die Halle war ursprünglich als Märithalle konzipiert. In den ersten Jahren fand im Untergeschoss noch ein Gemüse- und Früchtemarkt statt. Doch dieses Konzept funktionierte nicht. Der Märit findet in Bern draussen statt und nicht in einer Halle. Das Publikum blieb aus.


Die Gastro-Markthalle am Bubenbergplatz in Bern gegenüber dem Hauptbahnhof


Einige Mieter suchen schon seit längerem nach einem neuen Standort. Etwa der Spitzenkoch Urs Messerli. 2003 eröffnete er das Mille Sens in der Markthalle. Was nach der Renovation passiert, ist noch offen. Die Aktiengesellschaft, der die Halle gehört, steht mit mehreren Interessenten in Verhandlungen. Grundsätzlich sei man offen. Im Vordergrund stehe aber ein Vertrag mit einem einzigen Mieter.

Mit dieser Ausgangslage ist vieles denkbar: ein Grossverteiler, eine Filiale einer internationalen Kette oder gar eine Shopping-Mall. «Wenn die Markthalle in dieser Form stirbt, ist das bitter für Bern», sagte Stadtpräsident Alexander Tschäppät. Die Halle sei «hochattraktiv und ein schweizweites Aushängeschild». (Auszug aus dem Bericht in der Berner Zeitung) www.markthalle-bern.ch

Seit 30 Jahren: Genfer Markthalle

Die Genfer Markthalle «Halle de Rive», zentral gelegen am Boulevard helvétique 29, besteht seit 30 Jahren und hat Erfolg mit ihren Spezialitätenläden und dem Gastroangebot. Geöffnet ist sie allerdings nur am Mittwoch und Samstag von 6h bis 13h. Zwanzig Läden verkaufen Spezialitäten und Raritäten: Metzgereien inkl Traiteur, Wild und Geflügel-Spezialisten, Bäckerei, Konditorei, Confiserie, Käserei, Früchte- und Gemüsehändler Fischhändler, Italienische, orientalische und Asiatische Produkte. www.halle-de-rive.com


Genfer Markthalle «Halle de Rive», etwas eng und schlauchförmig ohne architektonische Attraktion aber mit interessantem, edlem Food-Angebot.


Basler Markthalle: Umnutzung als Eventhalle?

Im März 2012 ging mit der Markthalle in Basel ein weiteres Shoppingcenter auf in der Nähe des Centralbahnhofs, aber keine Food-Halle. Unter dem weiten Kuppeldach richteten sich einige Läden ein, allerdings in Schollen (Kabinen mit Dächern), nicht mit Ständen. Eine Bühne steht für Events bereit. Vieles macht einen unfertigen Eindruck. In den Schollen sind Kleiderläden (Zooloose, Superdry, etc.) untergekommen sowie ein Kinderhort, die Credit Suisse und ein Künstleratelier zur Zwischennutzung.

Zwei Schollen sind begehbar, d.h. die Besucher können irgendwann durch eine Treppe im Innenraum aufs Dach. Gedacht ist das für Events und Aperos. Noch allerdings stehen sie leer. Laut dem Center Management hat sich kein Gastronomiebetrieb gefunden, der sich in das Hallenkonzept einbinden lassen wollte. Für die Restauration müssen nun die Betreiber selber sorgen. Auch sonst warten noch einige Läden auf Mieter. Das Potential der Markthalle als Shoppingparadies wird in der Branche offenbar eher skeptisch betrachtet. Von Events versprechen sich die Betreiber das nötige Besucheraufkommen, das bei den Geschäften für Umsätze sorgen soll. Auf einer Bühne in der Mitte der Halle können Konzerte stattfinden. (Text: www.tageswoche.ch)


Die Basler Markthalle, ein Kuppelbau wie das Pantheon in Rom


Die Läden in der Basler Markthalle müssen bis spätestens Ende März raus gemäss einem Bericht der Basler Zeitung am 14.12.2012. Die für die Bewirtschaftung der Halle zuständige Wincasa lässt die Verträge auslaufen. Wie es weitergehen wird, darüber schweigen sich die Wincasa und die Inhaberin Real Estate, eine Anlagestiftung der Credit Suisse (CS), derzeit aus.

Bereits in den ersten Monaten zeigte sich, dass die Kuppelhalle als Eventhalle funktioniert, nicht aber als Einkaufszentrum. Die Laufkundschaft blieb aus. Bereits nach einem halben Betriebsjahr kam es zu einem Wechsel im Hallenmanagement: Die CS liess den Vertrag mit der Zürcher Firma PSM Center Management auslaufen und übertrug das Mandat der Wincasa. Nicht der schlechte Geschäftsgang sei der Grund für den Wechsel, hiess es damals seitens der CS. Unbeantwortet bleibt die Frage, ob künftig noch mehr auf Events gesetzt wird. (bz) www.markthalle-basel.ch



Zum Vergleich: Erfolgreiche Markthalle in Stuttgart

Die Markthalle in Stuttgart ist ein Jugendstilgebäude im Stadtzentrum in der Dorotheenstrasse 4. Sie wurde 1914 errichtet und steht seit 1974 unter Denkmalschutz. Heute ist die Markthalle ein weit über die Grenzen Stuttgarts hinaus bekanntes und beliebtes Schmuckstück geworden - für die Bevölkerung eine exquisite Einkaufsstätte im gehobenen Preissegment. Sie stellt einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar und bietet zahlreichen Handelsbetrieben und Dienstleistern eine Existenzgrundlage. Das Konzept: Besondere Frische bei hochwertiger Qualität, eine grosse Vielfalt des Warenangebots mit Spezialitäten aus vielen Ländern.

Zum Verweilen laden gastronomische Bereiche wie die Markthallengaststätte, die mediterran geprägte „Empore“ und die spanische „Tapas-Bar“ ein. Entsprechend der ursprünglichen Widmung wurde inzwischen auch das erste Obergeschoss wieder voll zur Markthalle geöffnet und bildet mit den Angeboten für gehobene Wohnkultur eine reizvolle und ergänzende Einheit mit den Ständen des Erdgeschosses.


Die Markthalle in Stuttgart bietet ein besonderes Kauferlebnis durch die Symbiose zwischen: ausgewogenem und anspruchsvollem Warenangebot, historischer Architektur und zum Verweilen einladender Gastronomie.


Auf 6.800 m² bieten 38 Verkaufsstände Obst und Gemüse, Blumen und Pflanzen / Fleisch- und Wurstwaren / Eier, Wild und Geflügel / Pferde- und Bisonfleisch / Frischfisch / Molkereiprodukte, Käse / Brot- und Backwaren / Gewürze, Kräuter, Tee, Kaffee / Imkereiprodukte / ökologische und biologische Produkte / ausländische Spezialitäten und Delikatessen aus vielen Ländern wie Italien, Frankreich, Griechenland, Türkei, Serbien, Kroatien, Ungarn, Persien (Iran) und Indien.

Drei Restaurants laden ein: Markthallengaststätte Schwäbische Küche, Restaurant "Empore" - italienische und mediterrane Küche und die Tapasbar "Desirée" - spanische Kleinigkeiten. www.markthalle-stuttgart.de
(gb)

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