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Report  23.08.2007
Alpkäse AOC aus dem Ziegenkanton Tessin
Um den Tessiner Alpkäse zu fördern und zu schützen, wurde im Jahr 2002 das AOC-Gütesiegel eingeführt. Bisher sind 34 Betriebe dabei, etwa ein Drittel der Alpkäseproduzenteni.

Die Tessiner wollen sukzessive alle Alpkäse mit dem AOC-Label produzieren. Im Tessin ist die Sömmerung auf den Alpweiden sehr wichtig, denn im Gegensatz zu anderen Regionen in der Schweiz ist hier Futterfläche im Tal rar. Ebenso speziell für das Tessin ist, dass es hier noch einige Landwirte gibt, die nur von Ziegenhaltung und Verkauf von Ziegenprodukten leben können.

Direktvermarktung ist hier gang und gäbe, verkauft wird an Grotti oder Restaurants, Hotels, kleinen Läden und auf Märkten. Ein Zeichen, dass auch die Tessinerinnen und Tessiner gern gute lokale Produkte direkt vom Bauern kaufen wollen.

112 Alpbetriebe, vor allem im Sopraceneri, produzieren Käse, beitragsberechtigt sind gesamthaft 265 Betriebe. In der Saison 2006 waren es gesamthaft 350'000 Kilogramm Käse; das meiste stammt aus dem Leventina (130'000 Kilogramm) und dem Bleniotal (86'000 Kilogramm), 44'000 Kilogramm wurden im Maggiatal hergestellt.

Im Kanton werden rund 4000 Milchkühe gesömmert, über 7400 Ziegen, davon sind allerdings 2185 Mutterziegen, die nicht gemolken werden, sondern der Aufzucht und extensiver Fleischproduktion dienen. Eine Besonderheit ist die Nera Verzasca Ziege, die auch in Italien vorkommt.

Die Alpwirtschaft ist generell eine Besonderheit der Schweizer Landwirtschaft und ein wichtiger Teil der alpinen Kultur und Identität. Jedes fünfte Nutztier wird gesömmert, allerdings mit sinkender Tendenz. Das Leben auf der Alp mitten in der Natur hat auch für viele Unterländer seinen Reiz, ist oft aber auch hart und anstrengend. Der wirtschaftliche Druck wirkt sich auch auf den Alpen aus: Die Alpen fusionieren, bieten Agrotourismus an oder müssen ganz aufgeben.
Text: LID (gb)
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